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Mit ‘urteil’ getaggte Artikel

Heizkosten Urteil: Vermieter muss nach Verbrauch abrechnen

Mittwoch, 01. Februar 2012

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat heute (01.02.2012) ein Urteil gefällt, dass durchaus Auswirkungen auf bestehende Heizkosten Forderungen von Vermietern haben wird.

Die Richter urteilten, dass es nicht zulässig sei, dem Mieter die Abschlagzahlungen in Rechnung zu stellen, die im Voraus an den Energieversorger geleistet werden.

Eine Berechnung anhand der Vorauszahlungen könne zu Ungerechtigkeiten führen, weil dafür nicht der aktuelle Verbrauch, sondern der des Vorjahres maßgeblich sei, so die Richter (Az.: V III ZR 156/11).

In der Klage eines Vermieters verlangt dieser die Nachzahlung von Heizkosten für die Jahre 2007 und 2008.

Dabei wurden nach dem sog. Abflussprinzip lediglich die im Abrechnungszeitraum geleisteten Vorauszahlungen durch den Vermieter an den Energieversorger abgerechnet. Dies ist nach dem neuesten Urteil nun nicht zulässig, da nur der Verbrauch des vergangenen Jahres zugrunde gelegt wird und somit nicht den Verbrauch des Mieters im Abrechnungszeitraum abbildet.

Die Nebenkostenabrechnung (Heizkostenabrechnung) ist damit zwar nicht gänzlich ungültig, die Mieterin darf in diesem Fall jedoch die nicht verbrauchsabhängig abgerechneten Heizkosten um 15% kürzen.

Maßgebliche Rechtsgrundlage (Heizkostenverordnung Auszug):

§ 6 HeizkostenV: Pflicht zur verbrauchsabhängigen Kostenverteilung

(1) Der Gebäudeeigentümer hat die Kosten der Versorgung mit Wärme und Warmwasser auf der Grundlage der Verbrauchserfassung nach Maßgabe der §§ 7 bis 9 auf die einzelnen Nutzer zu verteilen. …

§ 12 HeizkostenV: Kürzungsrecht, Übergangsregelung

(1) Soweit die Kosten der Versorgung mit Wärme oder Warmwasser entgegen den Vorschriften dieser Verordnung nicht verbrauchsabhängig abgerechnet werden, hat der Nutzer das Recht, bei der nicht verbrauchsabhängigen Abrechnung der Kosten den auf ihn entfallenden Anteil um 15 vom Hundert zu kürzen. …

siehe auch: http://www.gesetze-im-internet.de/heizkostenv/index.html
Entscheidung BGH: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Sort=12288&nr=59070&linked=pm&Blank=1

Wikipedia zur Urteilsfindung?

Donnerstag, 12. Januar 2012

Interessant ist ein Urteil des Amtsgericht Köln. Nicht wegen der Rechtssprechung an sich, sondern, weil ein Wikipedia Artikel zur Urteilsfindung beigetragen hat.

Am 20. April 2011 hatte das Gericht zu entscheiden, ob eine Mietminderung gültig ist, die der Mieter vorgenommen hatte, weil der Vermieter eine Sanierung der Rohrrinnen vornahm, welche mit dem mutmaßlich schädlichem Stoff Epoxidharz durchgeführt wurde.

Epoxidharz steht im Verdacht krebserregend zu sein und der Mieter ist der Meinung, dass das Trinkwass anschließend nicht mehr genießbar sei.

Das Gericht gab dem Mieter recht, die Minderung ist rechtens. Das Trinkwasser sei schädlich. Diese Einschätzung wurde jedoch nicht mittels einem Sachverständigen getroffen, sondern es wurde auf einen Artikel in Wikipedia verwiesen, der jedem zugängig ist.

Sind also Wikipedia Artikel künftig beweiskräftig?

Weitere Infos zum Urteil:

http://openjur.de/u/165932.html