Durch die aktuelle Diskussion rund um die Kernenergie und die Sicherheit deutscher Atomkraftwerke fragen Verbraucher verstärkt nach Möglichkeiten Ihren Strom bei Anbietern zu beziehen, die Strom ohne Kernkraft liefern.
Es bilden sich z.B. auch Gruppen in facebook oder anderen sozialen Netzwerken, die sich gegenseitig dazu animieren, den Stromanbieter zu wechseln.
Was muss man nun beachten, wenn man den Anbieter wechseln möchte?
Die Stromkosten sind nur bedingt Teil der Miet Nebenkosten (bzw. Betriebskosten). Nur der Strom, der für allgemeine Verbraucher im Mietshaus benötigt wird (z.B. Licht auf dem Flur, Video/ Sprechanlage, etc.) kann vom Vermieter auf die Mieter umgelegt werden. Der Strom, der in der eigenen Wohnung für die Verbraucher des Mieters (TV, Licht, Herd, etc.) wird in der Regel vom Mieter selbst bezogen und bezahlt. Meist ist der Vertragspartner des Mieters ein regionaler Anbieter, z.B. die Stadtwerke.
Sowohl die Stadtwerke, als auch überregionale und spezialisierte Anbieter bieten unterschiedliche Strompakete an. Dabei gibt es Pakete mit und ohne Strom aus Kernenergie.
Ist Ökostrom teurer als Atomstrom?
Deutschland bezieht heute nur noch unter 20% (2009: 23%) des Energiebedarfs durch Atomstrom. Jedoch ist dieser sehr günstig herzustellen, da die hohen Erstaufwendungen bei älteren Kraftwerken (Anfangsinvestition, Ausbaue, etc.) inzwischen abgeschrieben sind und der so erzeugte Strom mit geringeren Produktionskosten belastet ist.
Der Strompreis wird jedoch, ähnlich wie Aktien an einer Börse gehandelt, in Deutschland ist diese Börse in Leipzig (Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Strombörse). Der Handel wird von einigen wenigen großen Anbietern dominiert, was regelmäßig kritisiert wird.
Der Atomstrom ist also günstiger in der Herstellung, muss aber durch nicht unbedingt derart günstig beim verbraucher ankommen (künstliches “Hochhalten” des Strompreises). Zudem wird Ökostrom noch von der Bundesregierung subventioniert.
Es ist also möglich Ökostrom zu vernünftigen Preisen zu erhalten. Unter http://www.microtarife.de/oekostrom-tarifrechner kann man dies z.B. gut nachrechnen und Tarife vergleichen.
Das Portal Verivox hat beobachtet, dass Ökostromtarife oft sogar billiger sind als die Grundversorgung der lokalen Stadtwerke. Bis zu 200 € können so im Jahr gespart werden (bei ca. 4000 kwh/Jahr) (siehe: http://www.verivox.de/)
Mittelfristig ist wahrscheinlich mit höheren Kosten für Strom zu rechnen, da erneuerbare Energien nicht sofort die Kernenergie ersetzen können, Kernenergie aber durch Abschaltung von Kraftwerken wohl im Angebot verknappt wird und die Herstellung und Logistik von Ökostrom noch relativ teuer ist.
Somit kann davon ausgegangen werden, dass die Nebenkosten der Miete, zu denen der Stromverbrauch in der Mietwohnung durchaus gezählt werden kann mittelfristig ebenfalls weiter steigen werden.